Susanne Ackers
Erwin Panofskys Ausfuhrungen zur "Zentralperspektive als Symbolischer Form" (1924/25) wurden zum umstrittenen Topos der Kunstgeschichte. Panofsky thematisierte das Wirklichkeitsverstandnis der Renaissance anhand der symbolisch-visuellen Figur der Zentralperspektive und wies ihre religiose Signatur nach. Die vorliegende Arbeit nimmt diesen Diskurs auf und zeigt anhand der Arbeiten der Kunstlerin Charlotte Davies, wie sich in Zeiten des Virtual Reality dieser heute starr verstandene mathematisch...
Erwin Panofskys Ausfuhrungen zur "Zentralperspektive als Symbolischer Form" (1924/25) wurden zum umstrittenen Topos der Kunstgeschichte. Panofsky thematisierte das Wirklichkeitsverstandnis der Renaissance anhand der symbolisch-visuellen Figur der Zentralperspektive und wies ihre religiose Signatur nach. Die vorliegende Arbeit nimmt diesen Diskurs auf und zeigt anhand der Arbeiten der Kunstlerin Charlotte Davies, wie sich in Zeiten des Virtual Reality dieser heute starr verstandene mathematisch homogene Bildraum weiterentwickeln lasst zur Figur der "Asymptote als Symbolischer Form". Die Notwendigkeit der standigen Repositionierung im Datenraum wird in den Kunstwerken erlebbar, kartografiert und damit der Faktor Zeit asthetisch wahrnehmbar. Davies' kunstlich geschaffenen immersiven virtuellen Umgebungen basieren auf der Asthetik der Transparenz und Unscharfe, die bereits im Fruhwerk der kanadischen Kunstlerin angelegt ist. Phanomene wie Stereoskopie und Wahrnehmungspsychologie dienen der Beschreibung einer in Wandlung begriffenen Wahrnehmung von Realitat. Mit dieser Monographie werden zwei Meilensteine der Medienkunst vorgestellt: "Osmose" (1995) und "Ephemere" (1998).
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